FAQ Auto-Umweltliste

1. Auto-Umweltliste
1.1 Welches sind die wichtigsten Kriterien für die Bewertung in der Auto-Umweltliste?
1.2 Was bedeutet die Bezeichnung Treibstoffverbrauch «gesamt»?
1.3 Treibstoffverbrauch: Gibt es Unterschiede zwischen Werksangabe und Praxis?
1.4 Was ist die Bedeutung der „Euro“-Normen?
1.5 Welchen Einfluss haben die Emissionsklassen auf die Bewertung in der AUL?
1.6 Was ist die energieEtikette?

2. Auto fahren
2.1 Wie kann man die Kilometerkosten eines Autos berechnen?
2.2 Was ist Eco-Drive?
2.3 Wie kann man Treibstoff sparen?
2.4 Vor Ampeln oder Bahnübergängen: Motor abstellen oder nicht?
2.5 Verursacht die Klimaanlage einen erhöhten Treibstoffverbrauch?

3. Alternative Antriebsarten
3.1 Welche Vor- und Nachteile haben Erdgasfahrzeuge?
3.2 Was ist der Unterschied zwischen Erdgas CH und Erdgas?
3.3 Was ist Flüssiggas (LPG)?
3.4 Was sind Agro-/Biotreibstoffe ?
3.5 Welche Vor- und Nachteile hat Bioethanol (E85)?
3.6 Welche Vor- und Nachteile haben Elektroautos?
3.7 Wie umweltfreundlich sind Brennstoffzellenfahrzeuge?

4. Dieselfahrzeuge
4.1 Für welchen Einsatz eignet sich ein Dieselfahrzeug?
4.2 Kann ein Dieselfahrzeug mit Partikelfilter nachgerüstet werden?
4.3 Gibt es in der Schweiz eine gesetzliche Partikelfilterpflicht für Dieselfahrzeuge?

5. Pneus
5.1 Hat der Reifendruck Einfluss auf den Treibstoffverbrauch?
5.2 Welchen Einfluss haben die Pneus auf den Lärm?
5.3 Was ist das EU-Reifen-Label?
5.4 Ist es empfehlenswert, auch im Sommer mit Winterpneus zu fahren?
5.5 Sind runderneuerte (aufgummierte) Pneus sinnvoll?

6. Occasionskauf
6.1 Altes Auto weiter fahren oder ein neues kaufen?
6.2 Welche Hilfe bietet die Auto-Umweltliste beim Occasionskauf?
6.3 Worauf ist beim Occasionskauf zu achten?
6.4 Wo kann der aktuelle Wert eines Occasionsverkaufs in Erfahrung gebracht werden?
6.5 Wo sind Kaufverträge für Occasionsfahrzeuge erhältlich?

1. Auto-Umweltliste

1.1 Welches sind die wichtigsten Kriterien für die Bewertung in der Auto-Umweltliste?

Die drei wichtigsten Kriterien für die Bewertung eines Fahrzeugs in der Auto-Umweltliste sind der CO2-Ausstoss (Gewichtung 60%), der Lärm (20%) und die Schadstoffklasse (Euro-Norm, 20%). Ausserdem werden nur Fahrzeuge aufgenommen, die weniger als 150 g Co2 pro Kilometer ausstossen (Ausnahme: Vans mit mehr als 5 Sitzplätzen).
Mehr zum Bewertungssystem...

1.2 Was bedeutet die Bezeichnung Treibstoffverbrauch « gesamt »?

Der Treibstoffverbrauch « gesamt » ist der aus den Werten «städtisch» und «ausserstädtisch» zusammengesetzte «Gesamtwert» des Neuen Europäischen Test-Fahrzyklus (NEFZ) in Liter pro 100 Kilometer. Dieser entspricht nur noch bedingt den in schweizerischen Testfahrten (Stadt, Überland und Autobahn) ermittelten Verbrauchswerten und wird in der Praxis eher überschritten. Bei sehr sparsamer Fahrweise kann der angeführte Wert zwar erreicht oder gar unterschritten werden, grossen Einfluss auf den Treibstoffverbrauch haben aber die Einsatzart des Wagens sowie der Gebrauch von Klimaanlage und anderen Zusatzverbrauchern (Tipps zum Treibstoff sparen).

1.3 Treibstoffverbrauch: Gibt es Unterschiede zwischen Werksangabe und Praxis?

Früher entsprach der Treibstoffverbrauch in der Praxis meist der Werksangabe, die nach einer europäischen Richtlinie ermittelt wurde. Eine Untersuchung des TCS hat aber gezeigt, dass seit 1999 Werksangaben und Praxisverbrauch immer weniger übereinstimmen. Der Unterschied beträgt zwischen 0.5 und 1 Liter pro 100 Kilometer und kommt daher, dass in der Realität heute meist andere Bedingungen herrschen als bei den Prüfstandmessungen gemäss EU-Richtlinie. Diese lässt beispielsweise zu, dass der Werksverbrauch mit einem leichten Modell ermittelt wird und schreibt vor, dass jegliche Energieverbraucher wie die Klimaanlage ausgeschaltet sind.

1.4 Was ist die Bedeutung der „Euro“-Normen?

„Euro“-Normen stehen für Emissionsklassen, die zeigen, welche Emissionsgrenzwertstufe ein Auto erfüllt (Tabelle). Sie beinhalten Grenzwerte für die Schadstoffe Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Russpartikel. Seit dem 1. September 2009 ist Euro5 in Kraft und muss seither von allen neuen Modellen eingehalten werden. Die noch strengere Euro 6-Norm ist ab dem 1. September 2014 Pflicht, wird aber von einigen Fahrzeugen bereits heute erreicht.
Bei Benzin-Autos kann der Ausstoss der limitierten Schadstoffe ausser beim Feinstaub von direkteingespritzten Motoren fast nicht mehr gesenkt werden. Bei den Dieselmotoren werden die Schadstoffprobleme bezüglich Stickoxiden (NOx) mit Euro6 ebenfalls behoben sein.

1.5 Welchen Einfluss haben die Emissionsklassen auf die Bewertung in der AUL?

Die « Euro »-Normen beeinflussen die Wirkungskategorien « Belastung Mensch durch Schadstoffe » (Spalte 17) und „Belastung Natur“ (Spalte 18) und werden für die Gesamtbewertung mit 15 bzw. 5% gewichtet.
So werden die Punkte verteilt:

EmissionsklasseGesundheitNatur – NOx
Euro 5 Benzin9.357.6
Euro 5 DI Benzin*7.487.6
Euro 5 Diesel6.42.8
Euro 6 Benzin9.357.6
Euro 6 2014 Benzin DI7.487.6
Euro 6 2017 Benzin DI9.357.6
Euro 6 Diesel8.46.8

*Direkteinspritzer

1.6 Was ist die energieEtikette?

Die energieEtikette des Bundes zeigt die Energieeffizienz eines Autos auf. Sie teilt die Fahrzeuge auf der Basis des Verhältnisses von Treibstoffverbrauch und Leergewicht des Fahrzeugs in die Energie-Effizienzkategorien A (gut) bis G (sehr schlecht) ein. Faktisch wird bei diesem System also nicht zwingend das sparsamste Auto als effizient bewertet, sondern dasjenige, das im Verhältnis zum Gewicht am wenigsten Sprit verbraucht. Nicht direkt berücksichtigt wird der Ausstoss der limitierten Schadstoffe (Euro-Norm).
Weitere Infos unter www.energieetikette.ch

2. Auto fahren

2.1 Wie kann man die Kilometerkosten eines Autos berechnen?

Unsere Berechnungen der Kilometerkosten ergeben für ein „Musterauto“ (Mittelklassefahrzeug, Preis ca. Fr. 35'000.-, 15'000 km Jahresfahrleistung) momentan einen Kilometerpreis (alles inklusive, auch Treibstoff) von ca. 76 Rp./km. Weicht das betroffene Fahrzeug wesentlich von diesen Fahrzeugdaten ab (tieferer/höherer Preis bzw. Kilometerleistung) oder verändert sich der Treibstoffpreis massiv, dann empfiehlt es sich, die Kosten detailliert zu berechnen.
Mit folgender Formel lassen sich die laufenden Kosten für ein Auto mit Neupreis zwischen 20'000 und 45’ooo Franken grob berechnen (Quelle: K-Tipp Ratgeber <Das eigene Auto> Ausgabe 2007):

  • Neupreis geteilt durch 3 = Jahreskosten;
  • Jahreskosten geteilt durch 12 = Monatskosten (für Autos bis 35'000 Franken zusätzlich 100 Franken dazu rechnen, bei teureren Modellen 100 Franken abziehen);
  • Monatskosten geteilt durch durchschnittliche Kilometerzahl pro Monat = Preis pro Kilometer

Mit dem "Formular für die Betriebskosten-Berechnung inkl. Erläuterungen" aus der VCS-Arbeitshilfe „Wegweiser Autoteilen“, können die Kilometerkosten eines Fahrzeugs auf der Basis der im Detail bekannten Fahrzeugdaten genau berechnet werden.
Auf der Seite www.fahrzeugmarkt.ch unter „Betriebskosten“ gibt es ausserdem die Möglichkeit, mehr oder weniger präzis (je genauer Ihre Angaben, desto präziser die Berechnung) die Monats-, Jahres- und Kilometerkosten zu berechnen.

2.2 Was ist Eco-Drive ?

Eco-Drive ist eine sichere, umweltfreundliche und wirtschaftliche Fahrtechnik. Wenn sie konsequent angewendet wird, können bis zu 10-15% Treibstoff gespart werden. Die vier goldenen Regeln sind:

  • Zügiges Beschleunigen.
  • Frühes Hochschalten bei max. 2500 Touren (und entsprechend spätes Herunterschalten).
  • Im höchstmöglichen Gang fahren.
  • Vorausschauendes und gleichmässiges Fahren

Weitere Informationen: www.eco-drive.ch und Eco-Drive-Fahrkurse für VCS-Mitglieder

2.3 Wie kann man Treibstoff sparen?

Es gibt einige einfache Massnahmen, mit denen der Treibstoffverbrauch deutlich gesenkt werden kann:

  • Eco-Drive: kann den Treibstoffverbrauch um 10-15% senken (mehr...).
  • Gewicht: eine Faustregel besagt, dass 100 kg Zusatzgewicht den Treibstoffverbrauch um ca. 0.5l/1ookm erhöhen.
  • Klimaanlage: die eingeschaltete Klimaanlage verursacht einen bis zu 30% höheren Treibstoffverbrauch.
  • Luftwiderstand: Gepäck- und Skiträger oder –boxen, aber auch Spoiler und offene Fenster erhöhen den Luftwiderstand, was den Treibstoffverbrauch bis zu einem Drittel erhöhen kann.
  • Motor abstellen: das Abstellen des Motors vor Ampeln oder Bahnübergängen lohnt sich schon für wenige Sekunden (mehr...).
  • Reifendruck: 0.5 Bar zu wenig Druck in den Reifen führt durch den höheren Rollwiderstand zu einer Erhöhung des Treibstoffverbrauchs um bis zu 5%. Ausserdem wirkt sich ein zu niedriger Druck auch negativ auf die Sicherheit aus. Darüber hinaus ermöglicht ein erhöhter Reifendruck bis zu 0.5 bar über dem empfohlenen Mindestdruck eine Treibstoffeinsparung von 3%.

Mehr Infos: VCD/verbraucherzentrale-Publikation "Zehn Spritspartipps"

2.4 Vor Ampeln oder Bahnübergängen: Motor abstellen oder nicht?

Das Abstellen des Motors vor Ampeln oder Bahnübergängen um Treibstoff zu sparen und nicht unnötig CO2 auszustossen, lohnt sich schon für wenige Sekunden. Bei modernen Autos kommt es beim Starten, sofern dabei kein Gas gegeben wird, nicht zu erhöhten Abgasemissionen und die Motoren nehmen auch keinen Schaden. Zudem verfügen immer mehr Neuwagen über ein automatisches Start-Stopp-System.

Weitere Informationen unter www.motor-abschalten.ch

2.5 Verursacht die Klimaanlage einen erhöhten Treibstoffverbrauch?

Klimaanlagen führen in Regionen mit warmem oder heissem Klima zu einem bis zu 30% höheren Treibstoffverbrauch. Aber auch in der Schweiz mit ihrem gemässigten Klima verursachen sie im Jahresdurchschnitt einen Mehrverbrauch von über 5%, innerorts sogar rund 10%. Zwei Drittel des Zusatzverbrauchs an Treibstoff könnten aber ganz einfach eingespart werden: indem die Klimaanlagen bei Aussentemperaturen unter 18°C ausgeschaltet würden. Der gesamte Treibstoffverbrauch aller Personenwagen in der Schweiz könnte damit insgesamt um rund 2% gesenkt werden. Neben diesen negativen Folgen muss aber auch bedacht werden, dass die Klimaanlage bei hohen Temperaturen sehr wichtig ist, da die Hitze die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers vermindert und somit ein Sicherheitsrisiko darstellt. Offene Fenster und/oder Schiebedächer führen übrigens auch zu einem höheren Treibstoffverbrauch von 0.2-0.3 l/100km. (Quelle: Empa)

Weitere Informationen unter www.autoklima18.ch und www.autoklimaanlage.info

3. Alternative Antriebsarten

3.1 Welche Vor- und Nachteile haben Erdgasfahrzeuge?

Im Vergleich zu den anderen fossilen Treibstoffen Benzin und Diesel ist Erdgas (CNG = Compressed Natural Gas) umweltschonender. Einerseits haben Erdgasfahrzeuge einen vergleichsweise tieferen CO2-Ausstoss (minus 20% gegenüber einem vergleichbaren Benzinmodell und minus 10% gegenüber Diesel), wobei dieser Wert in der Schweiz noch zusätzlich durch den ins Versorgungsnetz eingespeisten Biogasanteil (CO2-neutral, mehr...) von 20% reduziert wird. Zudem sind die Emissionen von Erdgasfahrzeugen absolut frei von Feinstaub und können auch mit Benzin (Reichweite im Benzinbetrieb je nach Modell zwischen 150 und 500 km) gefahren werden.
Der Kauf eines Gasfahrzeugs ist etwas teurer als der eines „normalen“ Autos, der Mehrpreis wird aber durch Förderbeitrage der Erdgasversorgungsunternehmen (meistens Fr. 1'000.-) und teilweise auch der Wohngemeinden reduziert. Zusätzlich wird in einigen Kantonen die Motorfahrzeugsteuer für Gasfahrzeuge reduziert (mehr Infos zu finanziellen Vorteilen für effiziente Fahrzeuge).
Ausserdem fallen die Betriebskosten durch den tieferen Gaspreis eher tiefer aus als bei den konventionellen Treibstoffen.
Die Vorteile des Erdgasantriebs bezüglich CO2-Emissionen kommen speziell beim Einsatz ausserorts zum Zug. Nachteile der Gasfahrzeuge sind die vergleichsweise eher kleine Modellauswahl und das Tankstellennetz, welches einige Regionen der Schweiz und auch anderer Ländern noch kaum abdeckt. Der leichte Leistungsverlust gegenüber dem Benzinbetrieb ist bei den neusten Modellen kein Thema mehr.
Weitere Infos unter www.erdgasfahren.ch

3.2 Was ist der Unterschied zwischen Erdgas CH und Erdgas?

Im Unterschied zum « normalen » Erdgas ist « Erdgas CH » ein Gemisch aus 80% Erdgas und aktuell rund 20% Biogas. Dieses wird in der Schweiz aus Grünabfällen, Klärschlamm, Gülle und Mist gewonnen und ins Erdgasnetz eingespeist. Biogas gilt im Gegensatz zu Erdgas als CO2-neutral, das heisst, es setzt gleichviel CO2 frei, wie die zur Treibstoffproduktion vergärte Biomasse vorgängig aufgenommen hat.

3.3. Was ist Flüssiggas (LPG)?

Flüssiggas (LPG = Liquefied Petroleum Gas, auch unter «Autogas» bekannt) besteht aus Propan und Butan und wird bei der Rohölverarbeitung in den Raffinerien oder zusammen mit Erdgas aus Gasfeldern gewonnen. Trotz eines geringen Mehrverbrauchs resultiert gegenüber Benzin eine CO2-Einsparung von bis zu 15%. Wegen erheblichen steuerlichen Anreizen kommt Flüssiggas im Ausland seit Jahrzehnten zum Einsatz. In der Schweiz wurde 2008 eine Reduktion der Mineralölsteuer von 40 Rappen pro Liter Benzinäquivalent eingeführt. Dank diesem Preisvorteil könnte sich Flüssiggas nebst Erdgas/Biogas und Ethanol in der Schweiz als dritter Alternativtreibstoff für PW etablieren. Grundsätzlich lassen sich normale Benzinautos auf Flüssiggasantrieb umrüsten. Dabei bleibt die Möglichkeit mit Benzin zu fahren erhalten. Gegenwärtig umfasst das Versorgungsnetz rund 50 Tankstellen.
Weitere Informationen: www.autogas24.ch und www.autogas-suisse.com

3.4 Was sind Agro-/Biotreibstoffe?

Biotreibstoffe werden aus Abfällen und Reststoffen der Landwirtschaft oder aus nachwachsenden Rohstoffen (Agrotreibstoffe) produziert und unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten. Auch diese Antriebsmittel setzen bei der Verbrennung CO2 frei, das aber im Gegensatz zu jenem aus fossilen Treibstoffen nicht vor Jahrmillionen gebunden wurde, sondern erst vor kurzer Zeit in der eingesetzten Biomasse. Biotreibstoffe gelten deshalb als CO2-neutral. Zu den in der Schweiz angebotenen Biotreibstoffen zählen BiogasBioethanol und Biodiesel.
Der VCS begrüsst den Einsatz von Treibstoffen aus erneuerbaren Ressourcen, die aus Abfällen und weder für Mensch noch Tier verwertbaren Reststoffen der Landwirtschaft gewonnen werden. Andere Bio- bzw. Agrotreibstoffe lehnt der VCS hingegen ab. Zur transparenten Information der Konsumenten unterstützt der VCS die Schaffung eines international anerkannten Nachhaltigkeitslabels für Biotreibstoffe (analog dem FSC-Label für die Holzproduktion), das ökologische und sozial akzeptable Bedingungen bei der Produktion garantiert.

3.5 Welche Vor- und Nachteile hat Bioethanol (E85)?

Bioethanol ist ein Alkohol, der aus Biomasse gewonnen wird. E85 deshalb, weil es sich um ein Gemisch aus 85% Bioethanol und 15% Benzin handelt. Als Treibstoff hat Bioethanol eine optimale CO2-Bilanz: rund 75 bis 80% des CO2-Ausstosses gelten als klimaneutral. Im E85-Betrieb muss allerdings mit einem Mehrverbrauch von 20 bis 30% gerechnet werden. Nachdem es sich dabei um einen nicht fossilen Treibstoff handelt und der dafür benötigte nachwachsende Rohstoff grundsätzlich in genügendem Mass zu Verfügung steht, ist dieser Mehrverbrauch zu rechtfertigen. Insbesondere deshalb, weil das in der Schweiz eingesetzte Ethanol auch nach der Schliessung der Zellulosefabrik Borregaard in Riedholz (SO) nachweislich mit Holzabfällen und als Nebenprodukt der Zelluloseherstellung hergestellt wird (Import aus Schweden). Aufgrund der weltweit einzigartigen und vorbildlichen Gesetzgebung für den Import von Agro-/Biotreibstoffen ist in der Schweiz nicht damit zu rechnen, dass zweifelhafte Biotreibstoffe aus Rohstoffen, die in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen (wie zum Beispiel Mais), importiert werden können.
E85-Fahrzeuge haben den Vorteil, dass sie mit jedem Benzin-Bioethanol-Gemisch betrieben werden können, auch nur mit Benzin.
Zu den Nachteilen des Bioethanol gehören die relativ bescheidene Modellauswahl und die Anzahl Tankstellen (vor allem von Agrola), die in letzter Zeit nicht steigt sondern eher leicht zurückgeht.
Weitere Infos unter www.bioe.ch und www.e-mobile.ch

3.6 Welche Vor- und Nachteile haben Elektroautos?

Elektroautos sind Fahrzeuge, deren Motor von einer Batterie gespiesen wird. Dadurch fallen beim Betrieb keine Schadstoffe an und je nach Herkunft des Stroms fällt auch die CO2-Bilanz äusserst positiv aus. Das Modellangebot serienmässiger Elektroautos vergrössert sich langsam aber stetig, so dass heute eine vielfältige Fahrzeugpalette zur Auswahl steht.
Die aktuellen Nachteile der Elektroautos sind ihre Reichweite (ca. 150km), der höhere Preis (speziell der Batterie, die bis 15'000.- Franken kostet) und die relativ lange Ladedauer der Batterien.
Weitere Infos: Elektroautos und www.e-mobile.ch

3.7 Wie umweltfreundlich sind Brennstoffzellenfahrzeuge

Ein Brennstoffzellenfahrzeug wird wie ein Elektroauto von einem Elektromotor angetrieben. Allerdings wird es nicht mit Strom, sondern mit Wasserstoff betankt. Dieser Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle in Wasserdampf und Strom umgewandelt. Entscheidend für die Ökobilanz des Brennstoffzellenantriebs ist die Herkunft des Wasserstoffs. Heute wird Wasserstoff meist aus Erdgas hergestellt. Nur wenn der Wasserstoff mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom hergestellt wird, ist dieser Treibstoff sauberer als Benzin oder Diesel. Grösste Hürde für die Verbreitung von Brennstoffzellenfahrzeugen dürfte die fehlende Infrastruktur sein. In der Schweiz gibt es zurzeit keine einzige öffentliche Wasserstofftankstelle. 

4. Dieselfahrzeuge

4.1 Für welchen Einsatz eignet sich ein Dieselfahrzeug?

Unter Berücksichtigung aller Faktoren (Kaufpreis, Treibstoffpreis, Wartung etc.) lohnt sich der Kauf eines Dieselfahrzeugs dann, wenn mindestens 15'000 Jahreskilometer (einige Quellen setzen diesen Wert noch höher an) und regelmässig auch Langstrecken gefahren werden. Wenn häufig und über längere Zeit ausschliesslich Kurzstrecken gefahren werden, kann sich das Problem einer Partikelfilterverstopfung ergeben, da ein Dieselmotor die für die Filterregenerierung notwendige Betriebstemperatur erst nach einer gewissen Zeit erreicht. Dieses Problem muss dann durch eine sogenannte Ausbrennfahrt auf der Autobahn oder mit einer Kontrolle durch den Garagisten behoben werden.

4.2 Kann ein Dieselfahrzeug mit einem Partikelfilter nachgerüstet werden?

Die Nachrüstung eines Dieselfahrzeugs mit einem Partikelfilter ist grundsätzlich möglich. Dabei ist allerdings zu beachten, dass ein nachträglich eingebauter Filter die Partikelmasse nur um etwa 30 bis 40% reduziert, ein wartungsfreier und serienmässig eingebauter Filter hingegen einen Wirkungsgrad von 99% aufweist. Ausserdem kostet das nachträgliche Ausrüsten zwischen 1000.- und 1500.- Franken, ist nicht für alle Modelle möglich (Informationen dazu sind bei den Importeuren erhältlich) und die Funktion des Filters kann langfristig nicht garantiert werden. Fazit: Partikelfilter zum Nachrüsten sind höchstens halb so effektiv wie Systeme ab Werk – aber besser als nichts.

4.3 Gibt es in der Schweiz eine gesetzliche Partikelfilterpflicht für Dieselfahrzeuge?

In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Partikelfilterpflicht für Personenwagen. Allerdings müssen seit dem 1. Januar 2011 alle neu in den Verkehr gesetzten Personenwagen die europäische Abgasnorm Euro5 (mehr...) einhalten, was bis heute ohne Partikelfilter nicht möglich ist. Um für die Zukunft andere technische Lösungen nicht zu verunmöglichen, schreibt die Norm nur einen verbindlichen Grenzwert vor und keine technischen Massnahmen wie z.B. einen Partikelfilter.

5. Pneus

5.1 Hat der Reifendruck Einfluss auf den Treibstoffverbrauch?

Der Reifendruck hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Treibstoffverbrauch: 0.5 bar zu wenig Druck in den Reifen führt durch den höheren Rollwiderstand zu einer Erhöhung des Treibstoffverbrauchs um bis zu 5%. Ausserdem wirkt sich ein zu niedriger Druck auch negativ auf die Sicherheit aus. Demgegenüber ermöglicht ein erhöhter Reifendruck bis zu 0.5 bar über dem empfohlenen Mindestdruck eine Treibstoffeinsparung von 3%.

5.2 Welchen Einfluss haben die Pneus auf den Lärm?

Die Pneus haben einen grossen Einfluss auf den Lärm, den ein Auto verursacht: bei Fahrgeschwindigkeiten ab 35 km/h verursachen die Abrollgeräusche der Reifen mehr Lärm als der Motor. Es gibt jedoch sowohl für Winter- wie auch für Sommerreifen lärmarme Pneus (siehe Liste lärmarmer Pneus des BFE), mit denen sich die störenden Geräusche um bis zu zwei Drittel reduzieren.

5.3 Was ist das EU-Reifen-Label?

Das Reifen-Label der Europäischen Union, welches in der Schweiz nicht obligatorisch ist, informiert die Kunden über den vom Rollwiderstand abhängigen Treibstoffverbrauch, dass Nassbremsverhalten und die gemessenen Abrollgeräusche der angebotenen Pneus. Die Reifenhersteller müssen ihre Pneus seit November 2012 mit diesem Label kennzeichnen.
Hintergrund sind verschärfte Bestimmungen für die Lärmgrenzwerte für Pneus, welche die Europäische Union im November 2011 in Kraft gesetzt hat.

5.4 Ist es empfehlenswert, auch im Sommer mit Winterpneus zu fahren?

Im Sommer mit Winterpneus zu fahren ist grundsätzlich kein Problem, aber nicht unbedingt zu empfehlen, denn Sommerpneus verbrauchen weniger Treibstoff und sind zudem auch sicherer. Winterpneus sind zwar auch im Sommer sicher, ihre Gummimischung ist jedoch für die kalte Jahreszeit ausgelegt und deshalb haben Winterpneus im Sommer längere Bremswege, sowohl auf nasser wie auf trockener Fahrbahn.

5.5 Sind runderneuerte (aufgummierte) Pneus sinnvoll?

Runderneuerte oder aufgummierte Pneus sind kein Sicherheitsproblem und schonen zudem die Ressourcen. Sie sind zwar etwas billiger als neue Reifen, haben aber einen grösseren Abrieb, was die Einsparung bei der Anschaffung wettmachen kann. Für Vielfahrer sind sie deshalb eher weniger geeignet. Leider ist das Angebot seit der Einstellung der inländischen Produktion zurückgegangen.
Informationen zu Bezugsquellen: www.esa.ch

6. Occasionskauf

6.1 Altes Auto weiter fahren oder ein neues kaufen?

Neue Wagen haben zwar in der Regel einen tieferen Treibstoffverbrauch als vergleichbare ältere Modelle, eine wichtige Rolle spielt aber auch die Frage, welchen Anteil die Nutzungsphase am gesamten Energie- und Ressourcenverbrauch hat. Denn das Auto belastet die Umwelt nicht nur während seiner «aktiven» Zeit, sondern schon bei der Produktion und am Ende bei der Entsorgung. Je höher der Anteil dieser beiden Faktoren an der Gesamtbelastung eingeschätzt wird, desto eher lohnt es sich aus der Sicht der Umwelt, das alte Auto zu behalten. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass 80% der Gesamtbelastung eines Autos durch den Betrieb verursacht werden und 20% bei der Produktion und der Verwertung anfallen. Bei Hybridautos beträgt dieses Verhältnis 70% zu 30%. Deshalb ist der Ersatz eines alten Autos aus Umweltsicht nicht in jedem Fall angebracht. Gemäss Berechnungen der Eidgenössischen Materialprüfungs­anstalt Empa ist es sowohl bezüglich der CO2-Emissionen als auch der gesamten Umweltbelastung sinnvoller, das alte Auto weiter zu fahren, wenn es noch für zwei Jahre (oder rund 30'000 km) fahrtüchtig ist.
Zudem sollte ein neues Auto (egal ob Neuwagen oder Occasion) wenn immer möglich mindestens 20% weniger Treibstoff verbrauchen als das bisherige. Als Orientierungshilfe können folgende CO2-/Verbrauchsobergrenzen herangezogen werden:

  Benzin (1 l = ca. 2.34 kg CO2)Diesel (1 l = ca. 2.61 kg CO2)
Kleinwagen110 g CO2/km4,7 l/100 km4,2 l/100 km
Mittelklasse120 g CO2/km5,1 l/100 km4,6 l/100 km
Familienauto/gehobene Mittelklasse140 g CO2/km6 l/100 km5,4 l/100 km


Mit Blick auf den aktuellen Stand der Motorentechnik sind Benziner mit tieferer Schadstoffklasse als Euro 3 und Dieselfahrzeuge ohne serienmässigen Partikelfilter als technisch veraltet einzustufen und sollten so bald wie möglich aus dem Verkehr gezogen werden bzw. als Occasionsauto nicht mehr gekauft werden.

6.2 Welche Hilfe bietet die Auto-Umweltliste beim Occasionskauf?

Die Bewertung der Auto-Umweltliste aus dem Jahr der ersten Inverkehrssetzung eines Autos leistet beim Kauf von möglichst umweltfreundlichen Occasionsfahrzeugen gute Dienste. Es gilt jedoch zu beachten, dass das Bewertungssystem periodisch den neusten technischen Entwicklungen angepasst wird und somit jeweils nur für die Fahrzeugmodelle des Ausgabejahres gilt. Obwohl deshalb kein direkter Vergleich zwischen einem älteren und einem aktuellen Modell möglich ist, lässt sich aus den Klassierungen vergangener Jahre immerhin schliessen, welchem ökologischen Standard das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt entsprach.
Im Archiv sind die gedruckten Ausgaben der Auto-Umweltliste seit dem Jahr 2000 im PDF-Format (ca. 450 Modelle pro Jahr) sowie die Datenbanken seit 2005 (ca. 1'500 Modelle pro Jahr) zu finden.

6.3 Worauf ist beim Occasionskauf zu achten?

  • Das Fahrzeug genau und in trockenem Zustand besichtigen, bei Nässe sind Karosserieschäden teilweise nicht oder sehr schlecht zu erkennen.
    Informationen zur Fahrzeuggeschichte und ein lückenloses Serviceheft sollten vorhanden sein.
  • Probefahrten:
    - Immer am Tag und wenn möglich zu zweit absolvieren: der/die FahrerIn
       muss sich auf das Fahren mit einem ungewohnten Auto und den Verkehr
       konzentrieren, der/die BeifahrerIn kann auf das Fahrverhalten, 
       ungewohnte Geräusche, etc. achten.
    - Zeit lassen: 15 Minuten Probefahrt sind das absolute Minimum.
    - Das Auto auch auf kurvigen Strecken, in Steigungen, engen Gassen und
       auf der Autobahn testen.
  • Abklärungen zum Verkaufspreis (siehe nächste Frage) sind eine wichtige Verhandlungsgrundlage.
  • Das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten Fahrzeuge, die weniger als zwei bis drei Jahre alt sind und eine Fahrleistung von weniger als 50'000 km aufweisen.
  • Weil das finanzielle Risiko beim Kauf einer Occasion wesentlich grösser ist als beim Neuwagenkauf, sollte zumindest eine minimale Garantieleistung von drei Monaten auf Teile und Arbeit vereinbart werden. Da Private keine Garantie gewähren, sollte beim Occasionskauf von Privaten im Kaufvertrag festgehalten werden, dass das Fahrzeug innerhalb einer vereinbarten Frist (ca. 1 Monat) überprüft wird, wobei der Käufer die Prüfkosten und der Verkäufer die allfälligen Reparaturkosten übernimmt.
    Bezüglich Finanzierung empfiehlt es sich nicht, Occasionsfahrzeuge zu leasen, weil zu den Monatsraten häufig noch Reparaturkosten für Verschleiss und Defekte dazu kommen.


Sehr nützlich sind die detaillierte Checkliste für den Occasionswagenkauf von comparis.ch und der Ratgeber Autokauf von AutoScout24 sowie die Webseite Sicherer Autokauf im Internet.

6.4 Wo kann der aktuelle Wert eines Occasionsverkaufs in Erfahrung gebracht werden?

VCS-Mitglieder haben die Möglichkeit, den Fahrzeugwert gemäss Eurotaxeinstufung gratis beim VCS (Tel. 031 328 58 58) zu erfragen (Auskunft Eurotax). 
Eine Gratisbewertung kann auch bei comparis.ch erstellt werden. Kostenpflichtige Möglichkeiten zur Online-Berechnung des Fahrzeugswertes bieten EurotaxGlass’s und auto-i-dat an. Ausserdem können Fahrzeuge auch beim Garagisten geschätzt werden lassen.

6.5 Wo sind Kaufverträge für Occasionsfahrzeuge erhältlich?

VCS-Mitglieder können beim VCS gratis Kaufverträge bestellen (Tel. 031 328 58 58). Ausserdem bietet comparis.ch eine kostenlose Mustervorlage eines Fahrzeug-Kaufvertrages an.