Innovationspreis

Luftreinhaltung, Schutz der Natur vor Schadstoffeintrag, Lärm- und Klimaschutz sind die Umweltwirkungskategorien, nach denen in der Auto-Umweltliste (AUL) die gängigen Personenwagen bewertet und jährlich ein Testsieger, die Sieger nach Fahrzeugklassen sowie die Topten aller Klassen ermittelt werden.

Damit wird jedes Jahr die ökologische Speerspitze unter den Serienmodellen ins Rampenlicht gehoben. Die Fortschritte und die Innovationskraft in den umweltrelevanten Entwicklungsfeldern des Automobilbaus finden jedoch auch abseits der Topten-Platzierungen statt. Für gesunde Luft, Natur- und Klimaschutz sind diese genau so wichtig bzw. manchmal sogar bedeutender als die bestplatzierten Modelle. Denn topplatzierte Modelle müssen sich erst am Markt behaupten – ohne Erfolg bei den Autokunden können sie keine oder nur geringe positive Umweltwirkung entfalten. Technische Innovationen, die in vielen Modellen und grossen Stückzahlen auf die Strasse gelangen, erzielen unter Umständen eine grössere Wirkung als einzelne topplatzierte Modelle.

Seit 2012 vergibt die Auto-Umweltliste (AUL) daher zusätzlich zu den Testsiegermodellen eine Auszeichnung für besonders innovative Entwicklungen die einen namhaften Fortschritt im Bereich der Umwelttechnologie versprechen.

Innovationspreis 2017

Der Innovationspreis 2016 geht an den Autokonzern Renault-Nissan für seine über Jahre hinweg konsequent verfolgte Elektro-Offensive. Deren erklärtes Ziel ist es, den Kohlendioxidausstoss rasch zu drosseln und die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen zu verringern. Bereits in den Nullerjahren hat der Konzern über 4 Milliarden Dollar in die Fahrzeug- und Batterieentwicklung investiert. Im Jahr 2008 haben Renault-Nissan und das Land Portugal eine grossangelegte Kooperation vereinbart, um emissionsfreie Mobilität zu fördern. Ein Jahr später wurde in Yokohama Nissans erster mit reinem Elektroantrieb entwickelter Personenwagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Kurz darauf folgte das Modell «Zoe» von Renault, welches in der ganzen Bauart ebenfalls konsequent auf Elektroantrieb ausgerichtet ist. Keine anderen grossen Autobauer haben derart früh auf Elektroantrieb gesetzt und sind ein ähnliches Investitionsrisiko eingegangen wie Renault-Nissan. Dieses Risiko hat sich ausgezahlt: Die beiden Partner halten heute weltweit einen Marktanteil von über 50 Prozent bei batteriebetriebenen Modellen. 

Innovationspreis 2016

Der Innovationspreis 2016 der Auto-Umweltliste geht an BMW. Die Münchner Autobauer entwickelten mit BMW i ein komplett neues Fahrzeugkonzept für Elektroautos. Das Konzept BMW i umfasst Design, Produktion, Nutzung und Recycling der Fahrzeuge. Dabei liegt der zentrale Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette. So werden verbindliche ökologische Einsparungsziele festgelegt. Beispielsweise, wie viel weniger Wasser verbraucht oder wie viel Treibhausgas emittiert werden darf - und zwar in allen Bereichen: Einkauf, Entwicklung, Produktion und Vertrieb.

Ein Problem des Elektroantriebs ist das Gewicht der Batterie. BMW i gelingt es durch den intensiven Einsatz von Carbonkomponenten, zum Beispiel für die Fahrgastzelle, das hohe Gewicht der Batterien vollständig auszugleichen. Darüber hinaus kommen in der i-Baureihe erstmals viele ökologische Materialien – z.B. zu Garn gesponnene PET-Flaschen für die Stoffsitze, eine Türinnenverkleidung aus Naturfasern etc. zum Einsatz.

Konsequente Nachhaltigkeit bedeutet ferner, dass auch jeglicher ausserhalb des Fahrzeugs erzeugter CO2-Ausstoss verringert bzw. vermieden wird. Für die energieintensive Carbonfaser-Herstellung wird nur saubere Energie aus Wasser- und Windkraft eingesetzt. Zusätzlich wird der Energieverbrauch, der für die Fertigung der Fahrzeuge notwendig ist, um 50 % und der Wasserverbrauch sogar um 70 % gesenkt. Auch bezüglich Recycling sind die BMW i –Fahrzeuge top: 95 % der in einem BMW i3 verbauten Materialien können wieder-verwertet werden.

Innovationspreis 2015

Der Innovationspreis 2015 der Auto-Umweltliste ging an Audi für seine e-gas-Technologie. Diese ermöglicht es, Elektrizität in Treibstoff umzuwandeln. 

Mit 30 Prozent Anteil am inländischen Endenergieverbrauch gehört die Mobilität zu den grössten Energieverbrauchern. Die Autobranche tut sich schwer, die in den nächsten Jahren anvisierten CO2-Ziele zu erreichen.

Eine Möglichkeit wäre die Nutzung von temporär überschüssigem Solarstrom oder der im Strommarkt zunehmend unter wirtschaftlichem Druck stehenden Wasserkraft zur Produktion von synthetischem Methan. Beim diesem Verfahren wird mit dem überschüssigen Strom Wasser mittels Elektrolyse in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. Dann wird dem Wasserstoff in einem katalytischen Prozess Kohlendioxid hinzugefügt wodurch synthetisches Methan entsteht. Das Verfahren wird als „Power-to-Gas“ (PtG) bezeichnet. Synthetisches Methan entspricht chemisch dem fossilen Erdgas. Es ist jedoch CO2-neutral, da keine fossilen Erdgaslagerstätten angezapft werden. Synthetisches Methan kann, wenn nötig über Monate, im vorhandenen Erdgasnetz gespeichert und bei Bedarf als Treibstoff für die Betankung von Gasfahrzeugen verwendet werden. 

Innovationspreis 2013

Im August 2012 präsentierte Mazda die neue 6-Reihe. Mit ihr kommt weltweit erstmals ein Bremssystem zum Einsatz, das kinetische Energie via Rekuperation nicht in einer konventionellen Batterie, sondern in einem Doppelschicht-Kondensator abspeichert.

Rund zehn Prozent der Motorleistung wird in der Regel in Strom umgewandelt, um die Elektrik des Autos zu speisen. Mit i-ELOOP (Intelligent Energy Loop - zu deutsch: Intelligenter Energiekreis) muss der Motor beim Antreiben des Autos keinen Strom erzeugen. Dadurch kann die volle Motorenleistung für den Antrieb verwendet werden, wodurch die Treibstoffeffizienz gesteigert und die Umweltbelastung reduziert werden können. Unter Alltagsbedingungen mit häufigem Wechsel zwischen Beschleunigungs- und Bremsvorgängen soll i-ELOOP den Kraftstoffverbrauch um rund zehn Prozent senken. Damit zählen die mit i-ELOOP ausgerüsteten Autos bezüglich geringem Benzinverbrauch und tiefen CO2-Emissionen zur Spitzenklasse.

Das rund acht Kilogramm schwere i-ELOOP-System besteht aus einem Kondensator, einem Generator sowie einem Gleichstromspannungswandler. Sobald man vom Gas geht oder bremst, erzeugt der Generator Strom, der zur Speicherung zum Kondensator fliesst. Innerhalb von wenigen Sekunden ist der Speicher "voll". Der Spannungswandler verringert die Spannung auf bordnetzverträgliche zwölf Volt und versorgt damit die elektrischen Komponenten wie Servolenkung, Wasserpumpe, Klimaanlage oder Soundsysteme mit Strom. Überschüssige Energie wird in die Starterbatterie eingespeist.

Im Unterschied zu den bekannten Hybridsystemen erfordert diese Form der Kurzzeitspeicherung keine grosse Batterie und auch keinen schweren Elektromotor. Zudem lassen sich Kondensatoren deutlich schneller und häufiger be- und entladen als etwa Lithium-Ionen-Batterien und vertragen Temperaturschwankungen besser.

Innovationspreis 2012

Der Innovationspreis 2012 geht an die gasmobil AG für ihren Fiat 500 erdgas turbo MTA. Dabei handelt es sich um einen mit Erdgas betriebenen «Cinquecento». Der von der Erdgas Mobil AG lancierte und durch das Schweizer Fiat Händlernetz vertriebene Wagen der Mini Klasse überzeugt vor allem mit seinem sehr tiefen CO2-Ausstoss von 63 Gramm pro Kilometer. Erdgas (CNG = Compressed Natural Gas) ist unter den fossilen Treibstoffen am umweltfreundlichsten, da bei der Verbrennung am wenigsten CO2 freigesetzt wird. Zudem wird dem Erdgas in der Schweiz 20 Prozent Biogas beigemischt, was die Umweltbilanz weiter verbessert.