Strassenlärm - ein ungelöstes Problem

Der Strassenverkehr ist für einen erheblichen Teil der Lärmemissionen verantwortlich. Zwar wurden die Autos über die Jahrzehnte deutlich leiser. Doch technisch sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt und das Problem ist noch längst nicht gelöst. Europaweit gehen rund 245'000 Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufs Konto des Strassenverkehrslärms, und etwa 50‘000 Menschen sterben an den Folgen von lärmbedingten Stresssymptomen. In der Schweiz ist jede fünfte Person von übermässigem Strassenlärm betroffen. 

Eine erhöhte und anhaltende Lärmbelastung führt zu Stress und beeinträchtigt das körperliche und seelische Wohlbefinden. Bei jedem störenden Geräusch gerät der menschliche Körper in Alarmbereitschaft. Er schüttet Stresshormone aus, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt und die Atemfrequenz nimmt zu. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zum Herzinfarkt. Weil die körperlichen Reaktionen auf den Lärm unbewusst ablaufen, treten negative Lärmwirkungen auch bei Personen auf, die das Gefühl haben, sich bereits an den Lärm gewöhnt zu haben.

 

Lärm macht nicht nur der Motor weiter

Weniger Lärm dank leiser Reifen weiter

Die Geschwindigkeit ist entscheidend weiter

Lärm muss an der Quelle bekämpft werden weiter

Die Bewertung des Lärms in der Auto-Umweltliste weiter

 

 

 

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Lärm macht nicht nur der Motor

Der Lärm eines Motorfahrzeugs stammt nicht nur vom Motor selbst. Auch der Auspuff und die Reifen tragen wesentlich zur Lautstärke eines Fahrzeugs bei. Bei ca. 25 – 35 Stundenkilometer ist das Geräusch von Motor und Auspuffanlage gleich laut wie das Rollgeräusch. Bei höheren Geschwindigkeiten dominiert das Rollgeräusch. Daher sind auch Elektroautos nur bis zu einer gewissen Geschwindigkeit leiser als Autos mit Verbrennungsmotor. Schwerere Fahrzeuge mit dementsprechend breiteren Reifen sind lauter als leichtere Fahrzeuge. Der Trend hin zu grösseren Autos gleicht somit Anstrengungen zur Verminderung des Strassenlärms aus. 

 

 

Weniger Lärm dank leiser Reifen

Durch die Ausrüstung eines PKWs mit lärmarmen Pneus lassen sich die Geräuschemissionen des Fahrzeugs halbieren. Dies ohne Leistungseinbussen bei der Sicherheit und dem Treibstoffverbrauch. Leise Reifen wirken flächendeckend und unmittelbar nach der Montage. 

Die in der EU obligatorische Reifenetikette wird auch im Schweizer Pneuhandel verwendet. Sie zeigt Werte für Rollwiderstand, Nasshaftung und Rollgeräusche. Dadurch wird die Wahl eines möglichst leisen, energieeffizienten und sicheren Reifens erleichtert. 

 

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Die Geschwindigkeit ist entscheidend

Je schneller ein Auto unterwegs ist, desto lauter ist es. Bei einer Geschwindigkeitsreduktion von 50 auf 30 km/h sinkt der Lärm um bis zu drei Dezibel. Dies kommt einer Halbierung der Verkehrsmenge gleich. Die Einführung von Tempo 30 führt daher zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Anwohner. Zudem werden der Treibstoffverbrauch und das Unfallrisiko gesenkt und der Verkehrsfluss verbessert. 

 

 

Lärm muss an der Quelle bekämpft werden

Schutzwände und Schallschutzwände dienen der Schadensbegrenzung und sind mit hohen Kosten verbunden. Mit lärmarmen Strassenbelägen, leisen Reifen, Verkehrsberuhigungsmassnahmen oder niedrigtourigem Fahren kann Lärm viel effizienter vermieden werden. In der Regel sind diese Massnahmen auch günstiger als die nur punktuell wirksamen Schallschutzwände und Schallschutzfenster. 

 

 

Die Bewertung des Lärms in der Auto-Umweltliste

In der Bewertung der Autoumweltliste ist der Lärm ein wichtiges Kriterium. Während der CO2-Ausstoss die Bewertung mit einer Gewichtung von 60% dominiert, liegt der Lärm mit 20% an zweiter Stelle. Dahinter folgen die Belastung des Menschen durch Schadstoffe (15%) und die Belastung der Natur mit 5%. Die Lärmbewertung basiert auf den Lärm-Typenprüfwerten der Fahrzeuge. Die Skala variiert zwischen 10 Punkten für maximal 65 dB(A) und null Punkten ab 75 dB(A).